- Super Markt? - Billigpreise sind nicht zum Nulltarif!
Großaktion am 17.4.2009
Wann: 17 Uhr
Wo: Hofer*, Mariahilferstraße 123 (Ecke Millergasse), 1060 Wien
Karte
Der Höhepunkt des Aktionstags wird sehr bunt (und mit viel Musik!!) ablaufen. Das können wir bereits voraussagen. Wir treffen uns um 17 Uhr und werden uns dann gemeinsam koordinieren und die Aktion gemeinsam gestalten.
Wir werden bei dieser Großaktion zivilen Ungehorsams mit dem zentralen Grundsatz des individuellen Konsums brechen**, indem wir - demokratisch und öffentlich – folgende und viele weitere Fragen angesichts der Hofer-Warenfülle gemeinsam stellen und diskutieren wollen:
Wer entscheidet über den Anteil von Pestiziden in unseren Nahrungsmitteln? Wer entscheidet über den Preis, den LandarbeiterInnen und BäuerInnen erhalten? Wer entscheidet über Herkunft und Produktionsbedingungen der Nahrungsmittel? Wer entscheidet über die Technologien, die zum Einsatz kommen? Wer über die Inhaltstoffe? Wer über die „Kosten“, die als Nebenfolgen auf andere Menschen, Generationen und Natur ausgelagert werden? Wer entscheidet, dass die Preise höher sind, als es sich die Ärmsten leisten können? Wer profitiert? Wer wird hier gegeneinander ausgespielt? Wessen Bedürfnisse werden hier befriedigt? Wessen Wahlmöglichkeiten werden verringert und welche für wen vergrößert? Was hat das mit der Hungerkrise zu tun? Welche Landwirtschaft, welches Lebensmittelsystem wollen wir?
Ernährungssouveränität stellt diese Fragen. BäuerInnen und KonsumentInnen werden dabei nicht gegeneinander ausgespielt. Sie sind heute Teil eines globalen Ernährungssystems, das ihnen in zentralen Zukunftsfragen keine Wahl lässt. Es ist Zeit, sich diese Wahlmöglichkeiten solidarisch neu anzueignen, sie in neuen Bündnissen zu erschließen und auszuweiten. Demokratie erhält dabei neuen Gehalt. Es geht um die ansonsten unsichtbaren und dem System zugrunde liegenden sozialen und ökologischen Verhältnisse. Davor wollen wir die Augen nicht verschließen. Es ist Zeit für Solidarität. Das ist die Grundvoraussetzung für den dringend notwendigen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft. Millionen Menschen engagieren sich weltweit für diese Perspektive.
*) Anmerkung: Hofer ist bei weitem nicht der einzige Supermarkt, auf den sich diese Aktion beziehen könnte. Vielmehr geht es um das Sichtbarmachen der strukturellen Probleme.
**) Nebenbei gesagt wird dies der einzige „Rechtsbruch“ der Aktion sein. - 16.April 2009, 18:30
Podiumsdiskussion: "Super Markt. - Billigpreise zum Nulltarif?"
Ort: Galerie im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 WienIn all diesen Zusammenhängen kommt Supermärkten eine zentrale Rolle zu. Sie geben nicht nur Preise vor, sondern verschärfen mit ihren Politiken sowohl Lohn- und Sozialdumping, Ausbeutung von ArbeiterInnen und BäuerInnen sowie ökologische Zerstörung. Bei jedem Einkauf betreten KonsumentInnen also ein – vielfach unsichtbares – Netzwerk, das ProduzentInnen, LieferantInnen, ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen auf spezifische Weise miteinander verbindet und gegeneinander ausspielt.
Rund um den Globus befinden sich Supermärkte auf dem Vormarsch. Bei Lebensmitteln sind es weltweit nur noch dreißig Supermarktketten, welche ein Drittel des gesamten Handels abwickeln. Wenige Branchen haben in den letzten Jahrzehnten einen ähnlich starken Konzentrationsprozess erlebt wie der Einzelhandel. In Österreich beherrschen die größten drei Supermarktketten 78 Prozent des Marktes. Garant des Erfolges sind in erster Linie Dauertiefstpreise. Das Problem ist allerdings: Die vielgepriesene Billigware gibt es nicht zum Nulltarif. Vielmehr wäre sie ohne Verletzung sozialer Rechte und ohne Zerstörung ökologischer Ressourcen weltweit überhaupt nicht möglich. Supermärkte agieren als treibende Kräfte im vorherrschenden globalen Lebensmittelsystem, in dem Hunger inmitten von Überfluss Alltag ist. - Gleichzeitig sind immer mehr Menschen aufgrund neoliberaler Politiken mit zunehmender Armut, Ungleichverteilung und prekären Arbeitsverhältnissen konfrontiert.
Wir wollen in dieser Veranstaltung – angesichts von Wirtschafts-, Klima-, Energie und Hungerkrise – der besonderen Rolle von Supermärkten nachgehen. Gemeinsam möchten wir über Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven für gemeinsame Strategien diskutieren. Denn nichts ist letztlich unrealistischer, als so weiterzumachen wie bisher.
Es diskutieren:
• Gerhard Riess (GMTN)
• Ernst Halbmayr (IG Milch)
• Manfred Wolf (GPA-DJP)
• Michaela Königshofer (Clean Clothes Kampagne)
• Jens Karg (Global 2000)
Moderation:
• Karin Okonkwo-Klampfer (ÖBV/Via Campesina Austria)
Montag, 23. März 2009
Aktuelles Aktionstag
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